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Geschichte

Die Schulmeister Auberlen 

Aus dem alteingesessenen, weit verzweigten Fellbacher Geschlecht der Auberlen sind besonders drei pädagogisch und musikalisch hervorragende Persönlichkeiten für Fellbach von großer Bedeutung geworden, weil es ihnen gelungen ist, nicht nur über 117 Jahre lang die Geschicke der Fellbacher Schule zu leiten, sondern auch kulturell in einer Weise in weitem Umkreis zu wirken, wie wir es uns heute kaum noch vorstellen können. Sie waren eben nicht nur, sondern unter anderem auch Schulmeister mit dem Hintergrund einer unglaublichen musischen Begabung und einem geschärften Blick für die Notwendigkeiten der Zeit.

Als erster wäre

Georg Daniel Auberlen

zu erwähnen, geboren am 15.August 1728 im Endersbacher Schulhaus, der zunächst bei seinem Vater zusammen mit seinem Bruder in die "Lehre" ging, und den die Fellbacher im Jahre 1756 als Schulmeister wählten. Der damals amtierende Pfarrer Müller beschreibt ihn als begabten, untadeligen Pädagogen. der gute Zucht halten konnte ( er muss äußerst streng gewesen sein) und der, was dem Pfarrer auch wichtig war und damals zum Lehrberuf gehörte, "als Mesner die Kirche reinlich" hielt und im Rat mitzusprechen hatte. Er war ein hochbegabter Musiker, der Orgel, Klavier und Violine spielte und auch komponierte, Kantaten, Motetten und Lieder, die sonn- und feiertags in der Kirche aufgeführt wurden. Die neue Kirchen- und Schulordnung von 1729 war wie für ihn geschaffen, führte sie doch außer Religion, Lesen und Schreiben nun auch die Fächer Rechnen und Gesang ein. Er unterrichtete zeitweise zusammen mit 2 Provisoren je nach Jahreszeit 200- 300 Schülerinnen und Schüler, und trotz Erweiterung des Schulhauses 1771 mussten viele stehen.

An seiner privaten ländlichen Musikhochschule. Die er hier in Fellbach gründete, bildete er vor allem angehende junge Lehrer aus. Einer seiner begabtesten Schüler war sein Neffe und späterer Schwiegersohn

Nikolaus Ferdinand Auberlen, 

geboren am 11.März 1755 in Kirchheim/Teck als Sohn des Schulmeisters Johann Friedrich Auberlen. Nikolaus Ferdinand wurde 1779 Provisor bei seinem Onkel Georg Daniel und nach dessen Tod 1784 zum Schulmeister von Fellbach gewählt. Er blieb in diesem Amt 44 Jahre lang. Als der beste Schulmeister im Bezirk erhielt er 1794 vom württembergischen Herzog Ludwig Eugen vier Gulden, hatte er sich doch mit den Lehrmethoden Pestalozzis auseinandergesetzt und gute Erfolge damit erzielt. Es wurde nun nicht mehr nur auswendig gelernt und Fertigkeiten eingedrillt, sondern man lernte nachzudenken, was für die neu eingeführten Fächer Geschichte, Erdbeschreibung und Naturkunde auch erforderlich war. Selbstverständlich kam auch bei Nikolaus Ferdinand die Musik nicht zu kurz. Wie sein Onkel spielte er Klavier, Orgel und Violine und unterrichtete musikbegeisterte junge Leute und wiederum angehende Lehrer in dieser Kunst. Die Land11che Musikschule unter Leitung dieses hervorragenden Theoretikers wurde immer berühmter. Sein begabtester Schüler war Friedrich Silcher. Kantaten von Telemann, Choralsätze von Bach und sogar den Messias von Händel konnte er mit seinen Schülern den Fellbachern zu Gehör bringen. Sein jüngster Sohn

Wilhelm Amandus Auberlen,

geboren am 24.Oktober 1798 in Fellbach, trat in seine Fußstapfen. Er war als Provisor in Fellbach von 1815 - 1818 und besuchte von 1819 -1821 das Seminar in Esslingen. Daraufhin vertrat er den kranken Vater als Amtsverweser, bis er von der Gemeinde im Jahr 1828 zum Schulmeister gewählt wurde. Auch er war ein Anhänger Pestalozzis, der größten Wert auf eigenes Denken legte. Der Entwurf zur Errichtung einer Gewerbeschule, den er bereits 1835 der Schulbehörde vorlegte, wurde erst im Jahr 1851 verwirklicht, indem eine gewerbliche Sonntags- und Zeichenschule eingerichtet wurde. Seine landwirtschaftliche Winterabendschule führte 1858 zum Plan der Gründung einer "Weingärtner-Gesellschaft" Fellbach. Sein Hauptinteresse galt aber, wie könnte es bei diesem Erbe auch anders sein, der Musik, vor allem der Kirchenmusik. Er war ein sehr guter Organist. Besonderen Wert legte er auf den Gesang, den er zunächst im Schulunterricht pflegte und förderte. Er selbst hatte eine sehr schöne Stimme. Seine Schüler versuchte er auch musiktheoretisch zu bilden, indem er die Töne durch Zahlen anschaulich zu machen bemüht war. Auch außerhalb der Schule, in der Familie und mit Freunden, wurde viel gesungen, teils Kantaten, Motetten und Choräle, teils Lieder, die er selbst gedichtet und komponiert hatte. 1838 gründete er einen Männerchor, der bis heute existiert. (MGV) 1873 zog er sich vom Schuldienst zurück und starb am 29.September 1874. Auf dem „Alten Friedhof“ wurde er im Grab seiner Väter beigesetzt, das bis zum heutigen Tag von der Stadt Fellbach gepflegt wird.

 


 

 

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